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Analog - Neuling mit 1000 fragen. - Kameras, Objektive, Gerätetechnik
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Autor Thema: Analog - Neuling mit 1000 fragen.  (Gelesen 5561 mal)

Offline kaliko

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #10 am: 13. Februar 2008, 18:38 »
Hallo Wolf!
Du hast zwar nicht mich angesprochen, aber ich möchte doch auf einige deiner Sätze antworten:
 
Zitat: "....die digicam nimmt mir alles ab, ich muß nur draufhalten und abdrücken."

Das würde ich so verallgemeinert jetzt nicht stehen lassen. Die Digitalkamera nimmt einem höchstens im Vollautomatikmodus alles ab, und auch  da ist bei weitem nicht gesagt, dass dabei ein gutes Bild herausschaut. Die Kunst, den richtigen Ausschnitt, den richtigen Moment zu finden, nimmt einem noch kein Modus ab.

Zitat: "... man knipst gedankenlos (kostet ja nix) in der gegend rum und nimmt sich für ein foto keine zeit..."

Auch das ist nichts als Verallgemeinerung. Mag sein, dass man digital viel mehr Bilder macht - "kost' nix" sehe ich als Vorteil, das beschleunigt nämlich den Lernprozess und befreit Fantasie und Kreativität. Meine Tochter fotografiert mit Freude, einfach drauflos. Experimentiert, lernt, verwirft oder  verfolgt weiter. Mir wäre das in meiner Jugend nicht möglich gewesen. Schade!
Für ein Foto nimmt sich heute der Zeit, den der Prozess interessiert - analog wie digital. Schnappschüsse haben als Dokumentation weiterhin ihre Berechtigung, nur sind sie jetzt einfach billiger - ist doch schön für die Leute  :) . Ich wage mal zu behaupten, dass sich Menschen früher analog vor allem aus Kostengründen (meistens) etwas mehr Zeit genommen haben. Deshalb gab's aber auch nicht mehr große Künstler unter ihnen.  ;D

 Zitat: ..."die situation des festivals mit "besonderen" fotos verbinden.
.... dann will ich es eigentlich auch richtig machen - heißt: schwarz/weiß und unter verwendung verschiedener filter und mit festbrennweitenobjektiv..."


Ich behaupte, dass die Chance, ein richtig gutes Foto zu machen, mit der Menge der Bilder durchaus zunehmen kann, vor allem bei turbulenten Szenerien wie einem Festival. So gesehen ergibt die Digitaltechnik doch einen Vorteil ?!
Dasselbe gilt auch für die Erzeugung von Effekten mit diversen Filtern. Aus einem einzigen raw- Bild können doch am PC unterschiedlichste Ergebnisse ohne Chemie, aufwandsrelevant und kreativ entstehen. Und dabei kommt es sehr wohl auf Fachkenntnisse und Intuition an, mit hirnloser "Knipserei" hat das dann schon gar nichts mehr zu tun. Selbst, wenn das raw im Automatikmodus entstanden ist.

Nix für ungut - jeder soll so fotografieren, wie er mag. Aber die Riesenvorteile der digitalen Fotografie kann man nicht einfach so negieren. Und gelte es als noch so elitär, bei analog zu bleiben. Mich erinnert das etwas an die Rückzugsschlachten der Vinylplattenanhänger beim Aufkommen der CDs.  ;)

lg
Kaliko



Mach sichtbar, was ohne dich vielleicht nie wahrgenommen worden wäre (Robert Bresson)

Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #10 am: 13. Februar 2008, 18:38 »

Offline Rainer

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #11 am: 13. Februar 2008, 19:17 »
ich hatte überlegt, die schwarzweiß-filme nur zu entwickeln (mit papa), um sie danach einzuscannen. so könnte ich sie a) recht unkompliziert archivieren und b) ohne große kosten für abzüge in ruhe ansehen und von den bildern, die richtig gut geworden sind und potential besitzen, abzüge machen.

Das kann man machen. Die Sache hat aber einen Haken:

Um die technische Qualität der Negative korrekt beurteilen zu können, brauchst du einen speziellen Filmscanner, der auch evtl. Schwächen in Schärfe und Zeichnung aufdeckt. Echte Analogiker machen das aber auf dem Leuchttisch mit der 10-fach-Lupe.

Wenn es aber nur darum geht, ein Vorschau-Archiv zu machen, um bestimmte Bilder wiederzufinden, tut es ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit natürlich auch.

zu den dpi ein Rechenbeispiel:

Wenn du mit 1200 dpi scannst, sind das 1200 Bildpunkte pro inch. Jetzt brauchst du bloss mit dem Dreisatz anhand der Negativgröße 24 x 36 (wenn es Kleinbild ist) umrechnen, was ganz einfach ist, wenn man weiß, dass ein Inch 2,54 cm sind. Das Rechnen überlasse ich dir, ich überschlage nur kurz, indem ich die kurze Seite des Negativs gleich 1 Inch rechne: bei 1200 dpi hast du eine Auflösung von ca. 1200 x 1800 Pixel.

Mehr als diese 1200 dpi schaffen Flachbettscanner real nicht (wenn überhaupt), auch wenn im Prospekt andere Daten stehen.

Weitere Infos über Filmscanner findest du auf www.filmscanner.info

Gruß

Rainer

Offline tunfaire

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #12 am: 13. Februar 2008, 19:35 »
oh, ihr habt sicher alle recht mit eurer argumentation.

aber nochmal zum besseren verständnis: ich habe (auch wenn ich hin und wieder "man" statt "ich" verwendet hab) nicht veralgemeinert. was ich geschrieben hab waren ausschließlich meine eindrücke von mir und meinen um-menschen.
und ich werd meine digicam nun auch nicht auf den scheiterhaufen werfen - sie wird weiterhin (und oft genug) verwendung finden.

und ich möchte eigentlich auch garkeine diskussion darüber vom zaun brechen, ob es sinnvoll ist oder nicht, jeden verschnellerungs/verbilligerungs/vereinfachungs - prozess jubelschreiend mitzumachen.

ich möchte einfach irgendwann in der lage sein, richtig stimmige, schöne bilder zu schießen (ob mehr durch kreativität oder technisches können ist da ja egal).
und dazu gehört für mich persönlich dann irgendwie auch, daß ich zum richtigen zeitpunkt den richtigen filter und die "richtige" belichtungszeit gewählt hab.
und nicht, am pc im bearbeitungsprpgramm 2 wochen später die optimale bearbeitung zu finden.
mag sein, daß das auch sehr fordend ist und können verlangt aber ich stell es mir eher öde vor.

wie gesagt: das stellt einfach nur meine persönliche meinung..achwas nichtmal: eigentlich nur mein gefühl zu der sache dar.

oder, noch eine andere erklärung:

ich campe (auch auf festivals..;-) immer mit sauschweren, und riesig verpackten (=im auto wertvollen bierplatz wegnehmenden) ddr-zelten von 1985 und älter, von denen ich so 5-6 stück besitze.
warum? ich mag den geruch, die optik, die haptik. die geschichte, die das teil irgendwie mit sich bringt und ich find es faszinierend, welchen alltagsgebrauchswert sie nach über 20 jahren noch haben. wenn ich in so einem zelt liege, rieche und träume ich mich regelrecht in eine glückliche kindheit zurück.....
....und mit einer praktica hat papa diese kindheit damals dokumentiert.

 ich weiß nicht, ob das ansehen der dias heute so schwelgerisch wäre, wenn es statt 300 dias mit bleibenden erinnerungen nun 5000 digitalbilder mit den motiven wie "mama vor eisdiele von links" "mama vor eisdiele von rechts" "mama in eisdiele" "mama wieder vor eisdiele mit eistüte" wären.

:-)

Offline tunfaire

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #13 am: 13. Februar 2008, 19:49 »
mhhm, flachbettscanner?

ich meine, letztens gelesen zu haben, daß es da softwareseitig etwas mau aussieht - die richtige software sauteuer ist und jeweils auf den verwendeten scanner angepasst wird.
ansonsten soll es wohl recht schwierig sein, aus einem negativ ein korrektes positiv zu berechnen. (einfach bei irfanwief funktion "in negativ umwandeln" soll jedenfalls schonmal nicht gehen.)

der von mir bevorzugte scanner hat laut filmscanner.info (danke für den tip, hatte mich auf der seite aber gestern schon informiert und praktisch alle restlichen scanner wegen der heftigen preise verworfen) 1500dpi, was, grob überschlagen etwas mehr als 3 megapixel ergeben sollte. würde für das betrachten am bildschirm/fernseher allemal reichen.

achso: es geht mir nicht um eine einfache bildervorschau am pc. ich möchte die bilder archivieren (es heißt ja nicht, daß jedes bild, was ich nicht als abzug will, gleich schrott ist) und ansehen können. (also praktisch einen nachteil der analogfotografie ausräumen)

daß ich die technische qualität der bilder so nicht 100%ig beurteilen kann, fänd ich nicht so schlimm, es geht mir eher darum, bilder auszufiltern, die von motiv und von der stimmung her etwas besonderes sind. wenn sich dann beim abziehen doch ergibt, daß sie technisch nicht ok sind, naja, was solls, dafür werden es ja durch die reduzierte bildmenge nicht gleich so viele ausschussbilder.



Offline pixxel01

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #14 am: 13. Februar 2008, 22:00 »
 :wink:
ich stand auch lange vor der Entscheidung, ob ich bei analog bleibe oder ins digitale Zeitalter wechsele. Ich für mich sehe einen Nachteil: digital aufgenommene Bilder kommen seltener auf Papier; die Festplatte platzt aus allen Nähten, aber wer schaut die Bilder an? Analog verschoss ich im Urlaub 7 - 8 36er-Filme; die Dia's wurden gesichtet, auf die wirklich guten reduziert, und auch gezeigt (auch bei Familie/Freunden). Mein Notebook hab ich noch nirgends mit hingenommen, um die gespeicherten Bilder zu zeigen.
Dann:
Zitat
ich möchte einfach irgendwann in der lage sein, richtig stimmige, schöne bilder zu schießen (ob mehr durch kreativität oder technisches können ist da ja egal).
ich denke es muss und heissen - das eine ohne das andere geht nicht.

Zitat
ch weiß nicht, ob das ansehen der dias heute so schwelgerisch wäre, wenn es statt 300 dias mit bleibenden erinnerungen nun 5000 digitalbilder mit den motiven wie "mama vor eisdiele von links" "mama vor eisdiele von rechts" "mama in eisdiele" "mama wieder vor eisdiele mit eistüte" wären.
- der digitale Vorteil in diesem Fall heisst "DEL" oder auch "ENTF" , man muss nur lernen, diese Taste auch zu benutzen (ähnlich wie dieser Knopf am TV)

VG Micha
"Um so zu sehen, wie die Kamera sieht, muss ein Photograph seine gesamten Sinne zum Schweigen bringen." (A. Feininger)

Offline Rainer

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #15 am: 13. Februar 2008, 22:10 »
ich meine, letztens gelesen zu haben, daß es da softwareseitig etwas mau aussieht - die richtige software sauteuer ist und jeweils auf den verwendeten scanner angepasst wird.

Den Flachbettscanner habe ich nur als Low-Cost-Minimallösung ins Spiel gebracht. Es sollte keine allgemeine Empfehlung sein.

Das Softwareproblem läßt sich aber bei vielen Flachbettscannern mit Vuescan lösen:

http://www.hamrick.com/

Auf der Webseite findest du eine Liste mit kompatiblen Scannern.

Offline mikewhv

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #16 am: 13. Februar 2008, 22:15 »
Hallo,

kein streit, der ist hier nicht gefragt aber die (deine) argumentation habe ich als totschlagsargument schon zu oft gehört und ich teile sie nicht. Gute fotos hat sind für mich  grundsätzlich nicht von der verwendten technik abhängig.

Dazu gibt es zuviele beispiele von fotos aus der lochkamera bis hin zu denen  aus der highend digitalkamera eine james nachtwey.

Ich ganz persönlich, brauche keine begründung sondern einfach nur die lust zum ... also dann mal viel spaß und erfolg beim  :photo: ob nun analog oder digital.

Mike
Es gibt nur eine Regel in der Fotografie : Entwickle niemals einen Film in Hünchensuppe.  – Freeman Patterson

Offline Drandorf

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #17 am: 16. März 2008, 23:13 »
Brauchst gar nicht soviel lesen, probiere einfach und lasse die Filme "erstmal" günstig bei DM, Schlecker oder sowas entwickeln.
Hole Dir er einmal ein paar Farbfilme (Iso 100 & 400), dann mal den S&W Film Agfa APX100 (den kannste dann auch wie einen ISO400 behandeln und das reicht); auch bei Konzerten.
Wennse dann mal "zum probieren" einen 3200 Film durchhaust wirste sehen das Du Dir beim nächsten mal wieder den APX100 holst.

Gebe mir mal bitte einer recht aus dem Forum damit er nicht nächste Woche keine Lust mehr hat mit Film zu photografieren.

Offline Geier0815

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #18 am: 17. März 2008, 21:54 »
Moin tunfaire ,

unabhängig von der Diskussion hier finde ich es wichtig das dir das "Feeling" beim Photographieren im Sinn liegt. Jede Art von Kunst entsteht aus Gefühl heraus und auch Photos sind Kunst, beim Einen mehr beim Anderen weniger. Als kleine Anregung zur Argumentation dir selbst gegenüber sei dir http://www.zeit.de/2004/36/Foto_36 mit auf den Weg gegeben.
Bei deinen technischen Fragen hast Du schon viele Antworten bekommen, aber ein paar will ich dir dennoch mit geben. 50er Objektiv entspricht in etwa dem normalen Sehen der Augen; dessen was Du direkt siehst und im Randbereich auffängst. Es gibt etliche Photographen die "nur" mit dem 50er arbeiten. Ich persönlich kann das verstehen, da es auch mir sehr ans Herz gewachsen ist. Wenn ich für etwas ein Tele bräuchte, bin ich einfach zu weit weg und die Darstellung eines Weitwinkels empfinde ich als "unnatürlich". Ich mag es wenn ich auf Photos das wiederfinde was ich selbst so gesehen habe, wobei das Auge auch gern mal fokusiert und wir wieder beim Tele wären...
Sommerabend 20:00 Uhr, womit hast Du da ein Problem? Wenn es wirklich Sommer ist, hast Du zu der Zeit zum Teil mehr Licht als Du zum Photographieren gebrauchen kannst. Da brauchst Du keinen lichtempfindlichen Film, keine Mega-Lichtstärke, sondern einfach nur einen Film in der Kamera. Lichtstärke wird sowieso gern überschätzt. Meist bist Du etliche Blenden drunter weil es zu hell ist oder Du hast zu wenig Tiefe. Lichtstärke ist im analogen Bereich das Verkaufs-Via*ra, zumindest solange wir uns über Nomalobjektive unterhalten, bei starken Teleobjektiven ist es hingegen angebracht auf die Lichtstärke zu schauen.
Ansonsten kann ich dir nur http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/lehrg.htm empfehlen! Der Zusammenhang Blende/Belichtungszeit ist so elementar das Du dieses Wissen auch brauchst oder brauchen kannst wenn Du digital fotografierst. Und solange Du dir dieses Wissen noch aneignest, rate ich dir sogar zur Digitalkamera, da Du direkt überprüfen kannst ob deine eigene Einschätzung der Lichtsituation richtig war oder nicht. Du mußt nicht erst warten bis der Film voll ist und entwickelt, um dann nicht mehr zu wissen welche Einstellungen Du verwendet hast. Dies selbstverständlich voraus gesetzt Du kannst die Kamera manuell einstellen!
Wenn Windows die Lösung ist...
kann ich dann bitte das Problem zurück haben?

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Re: Analog - Neuling mit 1000 fragen.
« Antwort #18 am: 17. März 2008, 21:54 »