Oliviero Toscani im Foto Forum (Vorstellungs-Ecke & Offtopic)

Thema: Oliviero Toscani im Forum Vorstellungs-Ecke & Offtopic - Fotografie Forum und Fotocommunity.
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Thema: Oliviero Toscani  (Gelesen 2376 mal)
« am: Januar 16, 2011, 10:55:43 »
Mondlilie
Fotoexperte


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Beiträge: 177


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Ich denke mal, jeder hier kennt wohl Oliviero Toscani - wenn nicht, er ist der Fotograf für Benetton gewesen und hat verschiedenste Skandal-Bilder produziert.
Jetzt wollte ich mal fragen was ihr von seinen Bildern und von ihm als Person so hält. Zumal er jetzt diesen Skandal mit dem Kalender hat.

Zuerst einmal meine Meinung: Seine Benetton "Werbe"-Bilder finde ich doch großartig, zumal sie nicht den klassischen Werten der Werbefotografie entsprechen und den Menschen ein Spiegel vorgehalten wird - wobei einige seine Bilder doch recht heftig sind. Der Kalender ist so eine Sache, da will ich mich noch nicht dazu äußern, denn: Ich weiß fast nichts über Toscanis Intentionen, man muss sich auch immer die zweite Seite der Medaille anschauen.

Ich freue mich schon auf eure Antworten!
Lg Ajla

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"Photographieren ist mehr als auf den Auslöser drücken."
Bettine Rheims
« Antworten #1 am: Januar 16, 2011, 11:20:35 »
digilux
Gold Member


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Beiträge: 4.266


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Der Name sagt mir nichts.
Grundsätzlich halte ich es für unmöglich, etwas "von ihm als Person" zu äußern, wenn man ihn nicht persönlich kennt, was wohl kaum eine(r) hier von sich sagen kann.
Allenfalls könnte jemand was zu einem konkret genannten Werk äußern...
Vielleicht kannst Du etwas konkreter werden und sagen, was Du mit "diesem Skandal mit dem Kalender" meinst.

Vor allem aber würde mich Deine Intention interessieren, mit der Du so vage nach unserer Meinung über diesen Fotografen fragst.

LG Lüder
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Sometimes a brain is more important than a fancy camera.  (geklaut - aber richtig.)

Zitat: "Man sieht nur mit dem Sucher gut - Antoine de Saint-Photographie"
(in einem anderen Forum gefunden... ist doch nett, nicht???)
« Antworten #2 am: Januar 16, 2011, 11:42:51 »
FrauHolle
Gold Member


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Beiträge: 1.198


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Vielleicht kannst Du etwas konkreter werden und sagen, was Du mit "diesem Skandal mit dem Kalender" meinst.

Vor allem aber würde mich Deine Intention interessieren, mit der Du so vage nach unserer Meinung über diesen Fotografen fragst.

LG Lüder

Der Name sagte mir auch nichts, aber ich habe eben  mal gegoogelt.
Toscani hat für Benetton Werbefotos gemacht u.a. mit einem sterbenden Aids-Kranken und mit einem magersüchtigen Model hat er Fotos für eine Kampagne gegen Anorexie gemacht.
Zu seinem Kalender: Er ist für einen italienischen Leder-Konzern gedacht, zeigt zwölf Fotografien von weiblichem Schamhaar und soll der nächsten Ausgabe eines italienischen Magazins beiliegen. Hat in Italien wohl schon für Furore gesorgt.
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Gruß Claudia

Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.
Seneca
« Antworten #3 am: Januar 16, 2011, 11:58:40 »
kaliko
Gold Member


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Beiträge: 2.499


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Hallo!
Ich habe gestern davon gelesen; den Fotografen kenne ich noch aus der Zeit, als die "Skandal"-plakate  überall hingen.

Meine Gedanken dazu sind die, dass einerseits natürlich Tabubrüche immer Gegenstand von Kunst sein werden. Das finde ich auch legitim, weil, wie du sagst, dadurch auch immer wieder die Aufmerksamkeit der Menschen auf gesellschaftliche Themen fokussiert wird. Die "Empörung" führt ja doch auch oft dazu, dass man sie hinterfragt.

Nur: ich meine, der Grat zwischen Authentizität und Selbstzweck ist schmal. Gerade bei diesem Fotografen hatte ich das Gefühl, dass sich das Ganze noch während der Plakatkampagne totlief. ("Aha, schon wieder ein Benettonplakat......")  Ich erinnere mich an eine Karikatur von Til Mette - hoffe der Link funktioniert  zwink  http://cgi.ebay.at/Til-Mette-Komm-schon-Komm-schon-/110620146852
 
Ok, funktioniert nur mit diesem, Ihr müsst halt das Bild vergrößern!
Der Schamhaarkalender, das Thema an sich, empört mich nicht wirklich.  Ich habe die Fotos zwar nicht gesehen, kann mir aber prinzipiell schon eine ästhetische Umsetzung vorstellen. Warum nicht.  Mag sein, dass man in Italien da empfindlicher ist.
lg
Brigitte
« Letzte Änderung: Januar 16, 2011, 12:13:15 von kaliko » Gespeichert

Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern.
« Antworten #4 am: Januar 16, 2011, 13:14:31 »
Mondlilie
Fotoexperte


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Beiträge: 177


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Meine Intentionen wieso ich euch danach frage? Einfach: Ich habe viele Kommentare von Menschen gehört und gelesen, die der Meinung waren, dass das empörend ist, nicht legitim etc. Von Fotografen aber interessiert mich die Meinung genauso, immerhin hat Toscani doch etwas mit uns gemeinsam: Er hat eine Kamera in der Hand und versucht, Gefühle und Vorstellungen in den Bildern zu transportieren. Da habe ich mir gedacht, ich frage einmal im Forum.

Ich habe mich etwas unklar ausgedrückt - Ich wollte eher fragen, was ihr davon hält, dass er überhaupt diese Bilder macht, ob ihr denkt, dass da wirklich ein "Weltrettungsgedanke" dahinter ist oder eher Selbstvermarktung.

Hier mal ein Link zu dem Kalender:
http://www.n-tv.de/panorama/Schamhaar-Kalender-empoert-Italien-article2369861.html

Toscanis Äußerung zu der Aufregung:
Ich wollte die klassische Modeindustrie entlarven, wo die Frauen in High Heels und rotem Lippenstift auftauchen - und alles gezeigt wird außer dem Genitalbereich, dem echten Herzen der Verführung. Meine Bilder zeigen einen schönen, gesunden Teil des Körpers.

Ihm nach werden Frauen in der Modeindustrie zu Lustobjekten degradiert, nur halt legitim in Kleidung und ohne dass man den Schamhügel sieht. Ich muss zugeben, ich finde seine Erklärungen plausibel. Immerhin sieht man auf den Werbeplakaten Frauen (und auch Männer) die perfekt sind und so aussehen, wie man sich ein Sexobjekt vorstellt: Lange Beine, volle Lippen, große Augen, lange Haare und natürlich spindeldürr.
Klar, seine Mittel, den Menschen das klarzumachen sind nicht massenkompatibel, aber genau das macht m.E. seine Bilder aus.

Lg Ajla
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"Photographieren ist mehr als auf den Auslöser drücken."
Bettine Rheims
« Antworten #5 am: Januar 16, 2011, 13:53:47 »
kaliko
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Beiträge: 2.499


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Hi!
Ich bin ja eher der Meinung, dass die Modeindustrie die Frauen eher zu 1,80 Kleiderständern mit mieslichen Gesichtsausdrücken degradiert. Ich bin zwar kein Mann, aber ich wage zu behaupten, dass Lustobjekte anders aussehen.  pfeif  zwink

Und nochmal zu dem Fotografen:
wie gesagt, ich tu' mir teilweise schwer, seine hohen Ansprüche in den Bildern wiederzuerkennen, sie kommen mir zu "eitel" und gestylt rüber.


lg
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Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern.
« Antworten #6 am: Januar 16, 2011, 14:01:20 »
mikewhv



Beiträge: 4.387


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Hallo,

Hi!
Ich bin ja eher der Meinung, dass die Modeindustrie die Frauen eher zu 1,80 Kleiderständern mit mieslichen Gesichtsausdrücken degradiert. Ich bin zwar kein Mann, aber ich wage zu behaupten, dass Lustobjekte anders aussehen.  pfeif  zwink

 rofl up up up up shame zwink

Ich kenne die fotos und den " skandal", es ging um werbung, aufmerksamkeit erzeugen, die aussage hinter den bildern war nur mittel zum zweck. Für mich kein fotograf dessen portifolio ich aufsuche um gute bider oder inspiration zu finden.

Mike
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Es gibt nur eine Regel in der Fotografie : Entwickle niemals einen Film in Hünchensuppe.  – Freeman Patterson
« Antworten #7 am: Januar 17, 2011, 18:19:18 »
Mondlilie
Fotoexperte


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Beiträge: 177


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Kaliko hat Recht, das sind nicht wirklich Lustobjekte, aber die Modewelt denkt halt es seien Lustobjekte.  laugh
Danke für eure Meinungen!

@ mike:
Wessen Portfolio würdest du denn kaufen? Das interessiert mich jetzt. laugh laugh
Lg Ajla
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"Photographieren ist mehr als auf den Auslöser drücken."
Bettine Rheims
« Antworten #8 am: Januar 18, 2011, 23:09:33 »
mikewhv



Beiträge: 4.387


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Hallo,

nicht kaufen ... die ich aufsuche um gute bider oder inspiration zu finden.

Die spitze des eisbergs  laugh

Da schau ich immer mal gerne rein :
http://www.magnumphotos.com/Archive/C.aspx?VP=XSpecific_MAG.AgencyHome_VPage&pid=2K7O3R1VX08V

Namen aus der letzten Tagen:
Manue Pandalis " Serie Pure" http://www.manuelpandalis.de/articles/23.html
Nan Goldin

Mike

Die spitze des eisbergs  laugh

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Es gibt nur eine Regel in der Fotografie : Entwickle niemals einen Film in Hünchensuppe.  – Freeman Patterson
« Antworten #9 am: Januar 19, 2011, 19:34:14 »
faolchu
Gold Member


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Beiträge: 2.988


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Aufschrei, Entrüstung, Skandal......man muß nur schauen in welchem Umfeld die Berichte und Artikel erscheinen, dann muß man nicht weiter fragen.

Ob man bei den Hintergründen von Werbefotografie überhaupt von "klassischen Werten" sprechen kann bezweifle ich. In dem Bereich gibt es natürlich auch gute fotografische Ergebnisse. Einen tieferen Sinn gibt es weniger, es geht nur um Geld.
Für Empörung sollte das weniger sorgen und auch der Kalender ist eher lachhaft.

Wer sich in der Welt über solche Fotos aufregt (Presse) weiß nicht was noch passiert oder will davon ablenken In der Regel werden solche Schlagzeilen bewusst verbreitet und der geneigte Leser der Springerpresse spricht darauf an.

Bei uns auf dem Bahnhof ist zur Zeit wieder die Wold Press Fotoausstellung der Preisträger.
Ein Blick lohnt sich. (aber vorsichtig!)

http://www.worldpressphoto.org

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...man weiß, daß bei zehn Photographen vor der selben Wirklichkeit mit dem selben Apparat, dem selben Film und dem selben Licht keine zwei identischen Bilder herauskommen werden.
 
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