Ich respektiere natürlich, dass du da nichts mehr dazu schreiben möchtest - spannend wär's aber schon, eure Diskussion weiter zu verfolgen
Ich wollte nicht aus persönlichen Gründen nichts mehr schreiben, sondern um euch nicht zu langweilen und weil es textmäßig sehr viel wird.
Freisein als Kind: nein, das habe ich -seit meine Erinnerung einsetzt- nicht so empfunden und wenn ich heute Kinder beobachte, halte ich sie auch nur in kurzen Phasen, wenn sie selbstvergessen spielen, für frei, die Unfreiheit setzt beim nächsten Aufschrei der Mama wieder ein ;-).
Und dann geht es an den Ursprungsgedanken, das Paradies und damit an das alte Testament. Zu Beginn stehen zwei Schöpfungsgeschichten, die 1. ist die, wo Gott in sieben Tagen alles erschafft. Sie ist ungefähr 500 Jahre später aufgeschrieben worden als die folgende, die von Adam und Eva und dem Paradies berichtet.
Diese ältere Schöpfungsgeschichte erscheint mir wie die Geschichte einer Kindheit: Adam und Eva in völliger Unschuld, aber auch ohne Wissen oder Begehren. Sie sind wie Kinder, die nur dem Augenblick leben. Und durch das Essen der (verbotenen) Frucht vom Baum der Erkenntnis werden sie zu Erwachsenen mit allem was dazu gehört: Bitterkeit und Schmerz, aber auch Liebe und Verständnis. Sie haben ihr Paradies verloren, sind aber mündig geworden und können nur frei sein, frei für Gutes und Böses. (Und meine ketzerischen Gedanken: Wenn man Gott als allwissend und allmächtig glaubt, dann muss er das so geplant haben, sonst wäre er ein Erfinder, dem seine Werke über den Kopf wachsen.) Ja, und als sie nun frei sind, merken sie, dass diese Freiheit Mühe macht, dass sie nicht immer das ist, was man gerade möchte und sehnen sich zurück in den Zustand des Kindes...wie wir ja manchmal auch.
Der jüngere Schöpfungsbericht lässt den Menschen dann gleich als Erwachsenen entstehen und bürdet ihm sofort Pflicht und Verantwortung auf: Wachset und mehret euch und macht euch die Erde untertan...., was der Mensch dann ja auch zur Genüge getan hat *seufz*.
So, das führte jetzt teilweise weit an deinem Foto vorbei, aber das waren meine Gedanken dazu.
Und von deinem Foto habe ich sogar geträumt und es hat mich auch heute zwischendurch immer wieder beschäftigt.