Ich will sogar behaupten, dass die Philosophie heute mehr Bedeutung hat denn je (auch wenn es vielen nicht so bewusst ist).
In unserer heutigen Zeit, in der es den Menschen - zumindest in Westeuropa - materiell objektiv gesehen besser geht als jemals zuvor, bleibt immer mehr Platz für Fragen nach dem woher und wohin... Es muss sich nicht immer vordergründig in Initiativen oder Bürgerbewegungen ausdrücken. Aber meine subjektive Wahrnehmung ist schon, dass sich mehr Menschen als zuvor mit der Frage des Seins beschäftigen, Bewahrung der Umwelt, Nachhaltigkeit, soziales Engagement, Armut und Reichtum.
Das klingt per se erstmal nicht nach Philosophie. Aber wo eben nicht jeder Output in monetären Größen angebbar ist (zum Beispiel bei sozialem Engagement) da stecken eben auch gewisse Ansichten dahinter, wie die Welt sein sollte bzw. wie man den persönlichen Ansichten des eigenen Weltbilds im Kleinen Gestalt verleihen kann.
Klar, Niedrigniveau-Unterhaltungssendungen im Fernsehen oder nach billigen, voyeuristischen Geschichten heischende Boulevardblätter (oder wie es DIE ÄRZTE mal so schön formulierten, dass eben diese bunten Zeitungen von "Hass, Sex, Titten und dem Wetterbericht..." leben) scheinen das erstmal nicht so zu bestätigen. Aber ich glaube, gerade weil heute die meisten in unseren Breiten nicht mehr Sorge um das täglich Brot haben müssen, machen sich viele auch Gedanken, worauf es in der Welt ankommt - und was es da wohl jenseits von Beruf, Girokonto und Konsum noch geben könnte. Meiner Meinung nach - Philosophie pur.
