Einbeinstativ - Zubehör digitale Kameras
Logo


Autor Thema: Einbeinstativ  (Gelesen 10266 mal)

Offline estanathiel

  • Starfotograf
  • ***
  • Beiträge: 148
    • http://www.ginis-resort.de
Einbeinstativ
« am: 21. September 2011, 10:25 »
 :wink: Hallo alle zusammen,

ich war vor zwei Wochen in einem Zoo gewesen und habe dort einige Aufnahmen gemacht. Beim durchgehen der Bilder auf dem Kameradisplay war ich doch sehr angetan und freute mich darauf, sie auf dem großen Bildschirm zu sehen.

Zuhause war ich dann sehr enttäuscht, weil ein großer Teil der Bilder verwackelt war. Dabei habe ich mit kleinst möglicher Blende (5,6) und  einer Belichtungszeit um die 1/400 Sek gearbeitet. Die Iso konnte ich leider nicht noch weiter erhöhen, weil ich schon bei 400 - 800 war, alles darüber rauscht.

So, nun dachte ich, dass ich diese Verwackelungen mit einem Einbeinstativ minimieren kann. Liege ich da in meiner Annahme richtig?

Dann habe ich noch eine Frage zu möglichen Stativköpfen für ein Einbein. Welchen Stativkopf würdet ihr empfehlen und gibt es auch einfache Neigeköpfe, die man mit mehr als 3 kg belasten kann?

Wenn ihr ein Einbein benutzt, könntet ihr mir vielleicht kurz erzählen, welche Vor- und Nachteile es gibt?

(Ein Dreibein habe ich, allerdings ist es relativ schwer und bleibt dadurch oft im Auto oder zu Hause liegen.)

So, ich glaub das waren erstmal alle Fragen, Danke fürs lesen!
Lieben Gruß
Ginette :flowers:

schaut doch mal bei  Flickr, oder meinem Blog rein.

Einbeinstativ
« am: 21. September 2011, 10:25 »

Offline kaliko

  • *
  • Beiträge: 2605
Re: Einbeinstativ
« Antwort #1 am: 21. September 2011, 11:35 »
Hallo!

Bei Blende 5,6 ist der Schärfebereich relativ gering. Je weiter du die Blende schließt, desto größer ist der Schärfebereich.

Ein Stativ kann dir schon helfen, solange das Motiv still hält  ;D

Übrigens: je größer die Brennweite, desto kürzer die Belichtungszeit, die man realistischerweise noch aus der Hand halten kann!  Mit welcher Brennweite hast du denn  :photo: ?

lg
Brigitte
Mach sichtbar, was ohne dich vielleicht nie wahrgenommen worden wäre (Robert Bresson)

Offline mikewhv

  • MODERATOR
  • *****
  • Beiträge: 4489
    • Virus Fotografie
Re: Einbeinstativ
« Antwort #2 am: 21. September 2011, 11:41 »
Moin Ginette,

wäre einfacher wenn Du ein "verwackeltes bild" mit exif einstellst, z.b. auch wegen der verwendeten brennweite. Allerdings habe ich mit meinem einbahnstativ bei diesen einstellungen noch kein problem gehabt. Aus meiner sicht macht ein ballhead oder anderes an einem einbeinstativ wenig sinn, ich kippe die ganze konstruktion.

Mike
Es gibt nur eine Regel in der Fotografie : Entwickle niemals einen Film in Hünchensuppe.  – Freeman Patterson

Offline Rainer

  • MODERATOR
  • *****
  • Beiträge: 7022
Re: Einbeinstativ
« Antwort #3 am: 21. September 2011, 12:13 »
Aus meiner sicht macht ein ballhead oder anderes an einem einbeinstativ wenig sinn, ich kippe die ganze konstruktion.

Ich bin jedenfalls dankbar, dass ich an meinem Monostat einen ganz normalen Kugelkopf habe. Es ist nämlich oft so, dass man eine Gelegenheit nutzen kann, das Einbein noch irgendwo anzulehnen, um es zu stabilisieren. Da man sich die Hilfskonstruktion nicht aussuchen kann und die versprochenen Lufthaken von Siemens immer noch nicht lieferbar sind (ehemalige Azubis kennen das Problem  :rofl: ), steht das Einbein oft schräg, weshalb die Kamera ausgerichtet werden muss.

In normaler Stellung bringt ein Einbein etwa ein Gewinn von zwei Blenden/Zeitstufen, ähnlich wie ein Bildstabilisator. Bei Stativköpfen fehlt mir die Übersicht. In einem anderen Forum habe ich etwas (positives) über den Bilora 2258 gelesen:

http://www.bilora.de/index.php?area=1&p=static&page=koepfe

Trägt bis zu 10 kg, hat verstellbare Friktion, Wechselplatte arcaswiss-kompatibel und kostet unter 60 Euro. Schon fast übertrieben für ein Einbein, aber man kann ihn ja auch auf dem Dreibein verwenden.

Gruß

Rainer

Offline estanathiel

  • Starfotograf
  • ***
  • Beiträge: 148
    • http://www.ginis-resort.de
Re: Einbeinstativ
« Antwort #4 am: 21. September 2011, 12:57 »
Man, eure Antworten gingen heut aber wieder schnell  :hut:

@Brigitte
Zitat
Mit welcher Brennweite hast du denn  photo ?
ich habe meist auf 200mm  :photo:, dass dabei die Chance zum Verwackeln größer ist, ist mir bewusst, allerdings habe ich mit dem Objektiv schon oft verwacklungsfreie Aufnahmen aus der Hand in anderen Zoos gemacht, von daher schiebe ich es eher auf das Umgebungslicht ^^

@Mike
Zitat
wäre einfacher wenn Du ein "verwackeltes bild" mit exif einstellst, z.b. auch wegen der verwendeten brennweite.
Ja das werde ich nachher noch tun, habe gerade die verwackelten Bilder nicht da.

@Rainer
Zitat
In normaler Stellung bringt ein Einbein etwa ein Gewinn von zwei Blenden/Zeitstufen, ähnlich wie ein Bildstabilisator.
Danke für den Hinweis, das hilft mir auf jeden Fall weiter um die "Wirksamkeit" des Einbeins einzuordnen.
Zitat
In einem anderen Forum habe ich etwas (positives) über den Bilora 2258 gelesen:
Diesen Stativkopf hatte ich mir auch schon angeschaut, war aber zu dem Schluss gekommen, dass er mir für ein möglichst leichtes Einbein ein wenig zu schwer ist, denn sonst liegt das ganze doch wieder nur im Auto  :pfeif:
Ich hatte die 2-Wege-Neigern von Manfrotto schonmal in der näheren Auswahl, allerdings haben die nur eine Maximalbelastung bis 2kg und das wird auf längere Sicht nicht ausreichen, schätze ich mal. Hat denn da jemand Erfahrungen mit diesen Köpfen?
Lieben Gruß
Ginette :flowers:

schaut doch mal bei  Flickr, oder meinem Blog rein.

Offline TK-FotoFreund

  • *
  • Beiträge: 1612
Re: Einbeinstativ
« Antwort #5 am: 21. September 2011, 12:58 »
Hallo  :wink:
da mich das Thema Stativköpfe vor kurzer Zeit auch sehr interessiert hat. Bin ich auf interessante Infos gestoßen.

kostet unter 60 Euro. Schon fast übertrieben für ein Einbein, aber man kann ihn ja auch auf dem Dreibein verwenden.

Besonders wenn man schräg einstellt halten viele Köpfe nicht das was sie versprechen.
Der Test auf Traumflieger ist schon sehr aufschlussreich.

LG Thomas

Offline TK-FotoFreund

  • *
  • Beiträge: 1612
Re: Einbeinstativ
« Antwort #6 am: 21. September 2011, 13:17 »
Hallo Ginette  :wink:

Wenn ihr ein Einbein benutzt, könntet ihr mir vielleicht kurz erzählen, welche Vor- und Nachteile es gibt?

Vorteile sind schnell aufgezählt. Kurzes Packmaß und leicht und je nach Hersteller noch das ein oder andere. Das Einbein ist ein Notbehelf, wenn man kein massives Stativ mitschleppen kann oder will. Da es nur auf einem Bein steht kann man trotzdem wackeln und es ist gar nicht leicht das ruhig zu halten. Es ist auch ganz davon abhängig mit welcher Brennweite du  :photo:.
Bei langen Brennweiten wirds schon sehr happig mit einem scharfen Bild. Da kommen dann noch die Schwingungseigenschaften des Statives zum tragen. In dem Falle ist es wichtig eines zu haben, welche sehr gute Dämpfungseigenschaften aufweist. In der Regel sind das Kohlefaser oder Holzstative. Noch schwieriger wirds, wenn man dann nicht gerade sondern schräg steht. Da sind dann die Berlebach sehr interessant, weil ein 1 Wegneiger bereits eingebaut ist.
Wie Rainer schon geschrieben hat es ist sehr ratsam, sich eine Position zu suchen wo man sich abstützen (anlehnen) kann. Wenn es stabil ist kann man auch Druck von oben ausüben, was nochmal ein bischen Stabilität bringt. Geht aber je nach Arbeitshöhe auch nicht immer richtig gut.
Das Gewicht der Kamera ist auch noch ein Faktor. In diesem Falle je schwerer umso besser stabil zu halten, vorausgesetzt das Einbein kann das Gewicht aushalten. Dabei sollte man auch bei nicht so schwerer Ausrüstung eine mindestens 50% Reserve einplanen.
LG Thomas

Offline estanathiel

  • Starfotograf
  • ***
  • Beiträge: 148
    • http://www.ginis-resort.de
Re: Einbeinstativ
« Antwort #7 am: 21. September 2011, 13:36 »
Hallo Thomas, der Traumfliegerlink ist sehr hilfreich, danke dafür.

wie groß sind denn die Auswikungen von schlechten Schwingungseigenschaften? Lässt sich dass mit der Spiegelvorauslösung vergleichen, oder sind die Schwingungen noch größer? Angenommen ich würde mit eingeschalteter Spiegelvorauslösung und z.B. einem Kabelauslöser fotografieren, wären dann die Schwingungen noch sehr auf den Bildern zu sehen?

Lieben Gruß
Ginette :flowers:

schaut doch mal bei  Flickr, oder meinem Blog rein.

Offline faolchu

  • *
  • Beiträge: 3055
Re: Einbeinstativ
« Antwort #8 am: 21. September 2011, 14:56 »
Pauschal kann man das nicht sagen. In der Praxis hängt das von vielen Faktoren ab. Am besten ist wenn Du das mit deiner Ausrüstung testest, wie sich und bei welchen Belichtungszeiten die Spiegelvorauslösung auf deinem Stativ auswirken oder was Du noch aus der Hand halten kannst. Verwende ein haariges Motiv (Plüschtier) ;D in der Vergrößerung kannst Du gut erkennen ob jedes Haar noch scharf ist oder wie stark es  das auswirkt. In der Praxis ist vieles auch nicht ganz so wichtig und man sollte sich auch nicht verrückt machen lassen. Ein gutes Bild hängt nicht nur von der Schärfe ab.
Für dein dreibein-Stativ hast Du auch noch keinen Kopf? Ich verwende den "großen" Bilora. Er ist stabil, läst sich gut einstellen und noch dazu preiswert. Leider sind stabile Kugelköpfe auf schwerer oder Du must auf sehr teure Carbonmodelle ausweichen um ein paar Gramm zu sparen. Es kommt aber nicht nur auf das Material an, auch auf die Umsetzung der Hersteller. Es gibt schlechte Carbon Stative und Aluversionen die besser abschneiden. Das Ganze ist dann auch noch eine Preisfrage.
Bei kurzen oder sehr langen Belichtungszeiten macht sich die Spiegelvorauslösung bzw. Schwingungen weniger Bemerkbar. In einem Zoo können viele Menschen das Ergebniss beinflussen oder starker Wind bei Außenaufnahmen. Bei Tieren ist eher das sich bewegende Motiv ein Problem, so das Du trotz Stativ kurze Belichtungszeiten verwenden musst.
Wenn Du schon ein Stativ hast würde ich dir empfehlen das erst einmal zu verwenden auch wenn es vielleicht etwas schwerer ist. Dann merkst Du schnell ob Du etwas anderes brauchst aoder nicht.
Vielleicht lohnt sich auch das Geld in ein lichtstärkeres Objektiv zu investieren bzw. zu verwenden falls vorhanden. 
...man weiß, daß bei zehn Photographen vor der selben Wirklichkeit mit dem selben Apparat, dem selben Film und dem selben Licht keine zwei identischen Bilder herauskommen werden.

Offline TK-FotoFreund

  • *
  • Beiträge: 1612
Re: Einbeinstativ
« Antwort #9 am: 21. September 2011, 22:16 »
Hallo Ginette  :wink:

wie groß sind denn die Auswikungen von schlechten Schwingungseigenschaften? Lässt sich dass mit der Spiegelvorauslösung vergleichen, oder sind die Schwingungen noch größer?

Dafür gibt es eine interessante Erklärung.

Die Spiegelvorauslösung (SVA) dient genau dazu diese Schwingungen abklingen zu lassen.
Am effektivsten ist jedoch eine kurze Verschlusszeit trotz Stabi und Stativ anzustreben.
Je kürzer die Verschlusszeit um so eher machen sich Schwingungen nicht bemerkbar.
Der SVA kann zwar das Problem abmildern, aber: Wartet ein Vogel oder Schmetterling darauf das Spiegel ausgeklappert hat?
Aber ausführlich wird das von Andreas geschildert, so dass ich das nicht wiederkauen muss.
Deine 200 mm (KB 300mm) sind ja noch harmlos. Ich habe da mit meinem 70-300er (KB 600mm) schon deutlich mehr Probleme. Wenns scharf werden soll brauchts da schon Blende 8.
Wenn dein Objektiv einen Stabi hat dann kannst ja direkt aus der Hand  :photo:.
Mit Einbein würde ich am ehesten ISO so hoch wie möglich, wenns das Objektiv hergibt Offenblende, damit kurze BLZ erreicht werden. Dann braucht es auch keinen SVA mehr.

LG Thomas

FotoFAQ Fotografie Forum & Fotocommunity

Re: Einbeinstativ
« Antwort #9 am: 21. September 2011, 22:16 »