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Möchte mir ein Fotostudio "bauen". Welchen Blitz sollte ich kaufen? - Zubehör digitale Kameras
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Autor Thema: Möchte mir ein Fotostudio "bauen". Welchen Blitz sollte ich kaufen?  (Gelesen 4607 mal)

Viktoria

  • Gast
Hallo Fotoleute,

ich möchte mir jetzt ein Fotostudio zusammenbasteln.
Da ich Geburtstagsgeld bekommen hab, will ich mir dafür auch einen kabellosen Externen Blitz kaufen. Den Rest möchte ich mit 1-2 Baustrahlern ausleuchten. Ich habe die Nikon D70s. Zum streuen des Lichts möchte ich Regenschirme benutzen.
So jetzt meine Frage: Welchen Blitz könntet ihr mir empfehlen? Wär natürlich praktisch wenn der für Nikon & Canon passt. Das trifft doch auf die von Metz zu, oder? Und was brauche ich zusätzlich zum Blitz? Brauche ich ein Akkuladegerät? Womit werden Blitze überhaupt betrieben? Und komme ich unter 600 Euro?

Lg
Viktoria


Offline Rainer

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Hallo Viktoria,

Baustrahler und Blitz zusammen geht nicht gut. Das ergibt Mischlicht, mit dem der Weißabgleich der Kamera Probleme bekommt. Soviel schon mal vorab.

Metzt baut Blitzgeräte für Canon und Nikon, das stimmt. Aber du mußt dich beim Kauf entscheiden, welche Version du haben willst - jedenfalls dann, wenn du die Steuerung des Blitzes über die Kamera (bei Nikon iTTL) über die Kamera nutzen willst.

Nun hat die D70s schon einige Jahre auf dem Buckel und ich bin mit Nikon nicht vertraut. Schnelles Googeln ergibt aber, dass der intergierte Blitz als Master zur Remote-Steuerung des (externen) Slave-Blitzes eingesetzt werden kann. Mit dem Blitzsystem von Nikon wirst du dich noch vertraut machen müssen. Google mal mit "Nikon Creative Lighing System"; dann findest du jede Menge Lektüre wie z.B.

http://www.krolop-gerst.com/blog/nikon_cls_patrick_ludolph/cls-1-fluch-und-segen-das-nikon-creative-lighting-system/

Mit einem Budget von 600 Euro  hast du alle Optionen: ich würde den Nikon SB900 oder den Metz Mecablitz 58 AF-2 nehmen (in der Nikon-Version natürlich).

Zur Stromversorgung brauchst du AA-Zellen (Mignon), vorzugsweise als Akku. Empfehlenswert sind die Eneloop-Akkus von Sanyo. Das Ladegerät sollte unbedingt Einzelschachtüberwachung haben (Google mal nach BC-700).

Die Preise darfst du dir selber zusammenrechnen; Google hilft dir dabei. Wenn du dabei alles richtig machst, d.h. nicht beim teuersten Anbieter kaufst, reichen 400 Euro aus.

Gruß

Rainer

digilux

  • Gast
Nur zur Vorsicht sei dieses angefügt:
Du hattest vor, Baustrahler-Licht durch Regenschirme zu "soften". Vor solchen Versuchen solltest Du schon mal die Feuerwehr rufen... Baustrahler werden richtig heiß und Regenschirme sind für solche Temperaturen in der Regel nicht gemacht. Also: Vorsicht!!!

LG Lüder

Offline aekonet

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Hallo Viktoria !
Wenn du einigermaßen Platz hast, könnte man dir sogar schon günstige Studioblitzgeräte empfehlen (ich habe z.B. Wallimex). Für 600 Euro bekommst du da schon ca. 1 x 200 Ws + 1 x 300 Ws Blitze samt Lampenstativen und Blitzschirmen, und eine Funkfernbedienung ist da auch noch drin.

lg aekonet

Viktoria

  • Gast
Danke für die Antworten :)

Ende Oktober besucht mich eine Freundin mit ihrem Nikon sb-600. Ich werd wohl erst mal damit rumexperimentieren, habe nämlich noch nie mit einem Blitz gearbeitet.

Zum Thema Baustrahler + Regenschirm... das wird doch öfter gemacht, oder nicht? Zumindest hab ich schon vieles darüber im Internet gefunden.

Oh und nebenbei eine Frage nicht nicht direkt ins Thema passt:
Ich hatte letztens ein Fotoshooting mit Mehl. Ich vermute es ist irgentwo im Objektiv ein Mehlkorn stecken geblieben, denn als ich mal den Autofokus benutzen wollte, hat der die ganze Zeit komische Geräusche gemacht und nicht funktioniert. Doch dann ging es plötzlich wieder. Wie geht man denn mit solchen Mehlkörnern um? Ist bestimmt das selbe wie Sandkörner am Strand.. hab jetzt Angst um meine Kamera.

Offline Rainer

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Zum Thema Baustrahler + Regenschirm... das wird doch öfter gemacht, oder nicht?

Ich sage mal so: die Anzahl der Menschen, die über mögliche Konsequenzen einer Handlung nachdenken, ist generell kleiner als die derjenigen, die die es nicht tun.

Insofern: ja, das wird vermutlich öfter gemacht  :rofl:

Zitat
Zumindest hab ich schon vieles darüber im Internet gefunden.

Siehe oben. Du glaubst nicht, was man im Internet alles findet  :pfeif:

Zitat
Wie geht man denn mit solchen Mehlkörnern um? Ist bestimmt das selbe wie Sandkörner am Strand.. hab jetzt Angst um meine Kamera.

Auch wenn man Mehlstaub und Sandkörner nicht gleichsetzen kann: ich würde solche Aktionen nur mit staubdichtem Equipment durchführen oder Kamera nebst Objektiv in einem Plastikbeutel einpacken (Frontlinse muß natürlich frei bleiben). Im Nachhinein bleibt dir natürlich nur, abzuwarten. Vielleicht hat der vorübergehende Ausfall auch andere Ursachen.

Übrigens: Mit Mehlstaub angereicherte Luft ist hochexplosiv (nein, das ist kein Scherz). Deshalb sollte man offenes Feuer, Funken (Lichtschalter!) etc. während einer solchen Aktion vermeiden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Staubexplosion
http://www.dslr-forum.de/showthread.php?t=750112

Gruß

Rainer
« Letzte Änderung: 18. Oktober 2011, 23:58 von Rainer »

digilux

  • Gast
Hallo Viktoria,
ich weiß natürlich nicht, was wie oft gemacht wird. Aber Unsinn wird ja leider nicht dadurch weniger, daß ihn viele machen - wenn es denn so sein sollte.  :pfeif:

Doch der Reihe nach:
Die Dinge, von denen hier im gleichen Atemzug die Rede ist, sind doch sehr unterschiedlicher Art: Aufsteckblitz, Halogenstrahler und Studioblitz.

Der Aufsteckblitz ist die mehr oder weniger taugliche (Not)lösung für unterwegs. Seine sehr kleine Lichtquelle und die direkte Anbindung an die Kamera sind nicht ohne Probleme, die sich allerdings durch Vorsätze und/oder Kabel (entfesseltes Blitzen) zu einem gewissen Grad mildern lassen.

Die Baustrahler bringen Freude. Zuerst beim Händler, der Dir die Dinger verkauft hat. Und dann bei Deinem Stromllieferanten. Sie brauchen nämlich viel Strom und bieten dafür relativ wenig Licht.
Ich hatte seinerzeit 4 x 500W im Einsatz, und die Dinger sind fast schneller im Keller verschwunden, als ich für den Einkauf gebraucht hatte  :no:. Wenig Licht, viele Schatten (weil 4 Lampen) und ein rotierender Stromzähler.
Ein Gutes hatten die Dinger allerdings: Angesichts der tropischen Temperaturen in unserem umfunktionierten Wohnzimmer-Studio war meine Frau gerne für ein Akt-shooting zu haben.  :)
Ansonsten befand ich die Lösung für unbrauchbar.
Ahnungslos, wie ich damals noch war, habe ich sie auch als Unterstützung zum Sonnenlicht benutzt. Seit dem weiß ich, was Mischlicht ist. Das geht gar nicht.

Wenn Du Dir ein Studio bauen willst, führt aus meiner Sicht kaum ein Weg an Studioblitzen vorbei. Was da in Frage kommt, hängt im Wesentlichen davon ab, was Du fotografieren willst - und wo.
Mein Rat aufgrund eigener, teurer Erfahrungen: Kaufe einmal - und dann richtig.
Ich hatte damals im Laufe der Zeit viel Geld in Baustrahler, Tageslicht-Lampen und ähnlichen Zauber gesteckt und war ein- ums andere Mal enttäuscht. Dann hatte ich die Faxen dicke, hab mein Sparschwein gefüttert und mir ordentliche Studioblitze gekauft.
Klar: Wenn ich an den Preis denke, habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen, angesichts der verhältnismäßig wenigen Bilder, dich ich damit mache. Andererseits fährt mancher ein schickes Motorrad für wenige Kilometer im Sommer. Meine Harley kommt nur von Hensel  :rofl:

Der langen Rede kurzer Sinn: Gutes Licht fürs Studio gibt's nicht für lau. Die von aekonet genannte Anlage von Walimex mag von den Leistungsdaten her für kleinere Aufgaben und/oder für den Anfang reichen. Hängt - wie gesagt - davon ab, was Du willst. Für größere Sachen - und das fängt u.U. schon bei Ganzkörper-Portraits an - sind 200 oder 300 Ws nicht besonders viel.

In jedem Fall empfehle ich Dir ein kleines Büchlein, das bei mir viele Wissenslücken gestopft hat in Sachen Studioblitz:
"Das Studioblitzbuch" von: Dipl.-Ing.(FH) F. Ernst
Books on Demand GmbH, Norderstedt, 2007

Gibt es in Deiner Nähe vielleicht auch ein Mietstudio, für erste ERfahrungen?

LG Lüder

Offline aekonet

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Zitat von: digilux
Die von aekonet genannte Anlage von Walimex mag von den Leistungsdaten her für kleinere Aufgaben und/oder für den Anfang reichen. Hängt - wie gesagt - davon ab, was Du willst. Für größere Sachen - und das fängt u.U. schon bei Ganzkörper-Portraits an - sind 200 oder 300 Ws nicht besonders viel.

Schon klar, ich habe mich auf das genannte Budget der Threaderstellerin bezogen. Selber habe ich noch ein paar größere Blitzer 600 & 1.000 Ws im Wohnzimmer  8).

lg aekonet


digilux

  • Gast
Hallo aekonet, das rundet das Bild ab.  ;D
Grade für Anfänger, die vielleicht ähnlich ahnungslos sind, wie ich vor ein paar Jahren, ist der Hinweis auf die Grenzen solcher kleinerer Anlagen wichtig, wie ich finde. Die Werbung verspricht viel, wie sollen Einsteiger sonst den Unterschied zwischen solch einer 600-€-Anlage und einer für 3000 oder deutlich mehr einschätzen können. An den Gedanken, daß man für gutes Studiolicht ein Vielfaches wie für eine gute Kamera ausgeben muß, ist ja erst mal etwas gewöhnungsbedürftig...

LG Lüder

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